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03.03.2017 |

-0,40% Negativzinsen bei drei Online-Brokern

Der Online-Broker flatex wird den Kunden für Einlagen ab dem ersten Euro ab 15.3.17 einen Negativzins von minus 0,40 Prozent in Rechnung stellen. Die FinTech Group, ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Frankfurt zu dem flatex gehört, teilte dies in einer Aussendung mit. Die 175.000 Kunden in Deutschland und Österreich wurden wenige Stunden danach mit einem entsprechenden Schreiben über das Online-Postfach informiert. Damit müssen erstmals auch auf kleine Guthaben hierzulande Negativzinsen gezahlt werden, nicht erst wie bei den Instituten, die einen solchen Schritt wagten, ab einer Schwelle von EUR 100.000, EUR 500.000 oder mehreren Millionen. Guthaben wird für die flatex-Kunden zum Kostenfaktor, und das schon in weniger als zwei Wochen. Die FinTech Group führt als Grund für das Erheben des Negativzinses die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Feld, Geschäftsbanken müssen für bei ihr geparkte Einlagen einen Strafzins in exakt derselben Höhe bezahlen. Diese Kosten würden nun lediglich an den Kunden weitergereicht, das sei "maximal transparent", andere Anbieter würden quersubventionieren. Den Negativzins wird flatex quartalsweise berechnen, bei einem durchschnittlichen Guthaben von beispielsweise EUR 10.000 auf dem Depot-Verrechnungskonto ergeben sich EUR 10,00 pro Quartal. Die EZB verlangt seit Juni 2014 Strafzinsen, zunächst lag der Satz bei 0,10 Prozent, nach drei weiteren Schritten seit März 2016 bei 0,40 Prozent. FinTech-Chef Niehage zufolge hält man sich auch die Möglichkeit offen, den Negativzins zu erhöhen, sollte die EZB nachlegen. Umgekehrt werde der Kunde niedrigere Negativzinsen zu tragen haben, sollte die EZB ihren Strafzins senken. Bislang war flatex mit seinen Discountpreisen die erste Adresse für günstigen Wertpapierhandel. Bei flatex sind die Kunden nicht, um Tagesgeldanlagen zu unterhalten, Guthabenzinsen gab es dort noch nie, das Geld auf den Konten dient einzig zur Verrechnung von Wertpapiergeschäften. Es ist der übliche Ablauf, das Depot-Verrechnungskonto mit Anlagebeträgen zu befüllen, um auf gute Kaufgelegenheiten zu warten bzw. darauf, dass die gesteckten Kauflimits bedient werden. Eine solche Kaufstrategie wird nun teurer. Auch wird die Neuregelung dazu führen, dass viele Kunden auflaufende Erträge oder Verkaufserlöse unmittelbar abziehen. Sie werden versuchen, den Kontostand möglichst nahe null zu halten, wobei das auf Dauer lästig sein dürfte und durch die laufenden Buchungen auch die Gefahr besteht, in den Sollbereich zu geraten, innerhalb der bewilligten Kreditlinie fällt zurzeit ein Sollzins in Höhe von 3,90 Prozent an. Die FinTech Group ist zuversichtlich, dass die Kunden bleiben, eine unter ihnen zuvor durchgeführte Umfrage habe ergeben, dass fast niemand deswegen wechseln würde. In der Aussendung hob sie zwei Ausweichmöglichkeiten hervor, die Zinskonten im Ausland und die geldmarktnahen ETFs, beides von Kooperationspartnern. Für Geld, das die Kunden für den Kauf von Aktien und Fonds vorsehen, ist das jedoch keine Lösung.

Wer nicht bereit ist, für Einlagen Negativzinsen zu zahlen, dem bleibt nur der Wechsel zu einem anderen Online-Broker. brokerport (frühere Bezeichnung benk) und ViTrade stellten heute Nachmittag wie flatex ein Preis- und Leistungsverzeichnis online, in dem der Negativzins von minus 0,40 Prozent aufgeführt ist. Auch strich brokerport das Angebot des Zinspakets, über die Buchung dieses Pakets konnte sich der Kunde gegen eine Pauschale Guthabenzinsen sichern und einen günstigeren Zins beim Dispokredit. flatex, brokerport und ViTrade gehören allesamt zum Konzern der FinTech Group. In der Preisklasse befindet sich auch die OnVista Bank. Sie wirbt jetzt in ihrer Produktdarstellung mit dem Vorteil, dass bei ihr keine Negativzinsen anfallen. Auch schaltete sie bei Google Textanzeigen mit einer Frage als Titel: "Zahlen Sie Negativzinsen? - Nicht bei der OnVista Bank". Die Anzeige erscheint selbst bei Suchanfragen mit dem fremden Markennamen "flatex" oder "ViTrade" als einzigem Suchbegriff.

24.02.2017 |

comdirect Girokonto wird an einzelnen Stellen teuer

Zum Girokonto der comdirect kommen per 24.4.17 einige Anhebungen bei den Gebühren. Sie betreffen den Telefon-/Briefzuschlag, das Einlösen von Schecks, die Karten der Bevollmächtigten und das Geldabheben mit der falschen Karte. Die comdirect führt rund 1,4 Millionen Girokonten. Sie geht den Weg, über die Zusatzposten mehr verdienen zu wollen; an dem für die Kundengewinnung zugkräftigen Verzicht auf eine Monatspauschale rüttelt sie nicht. Das sind die Details: Der Zuschlag für telefonisch oder schriftlich veranlasste Überweisungen beträgt künftig EUR 4,90 (bisher EUR 1,90). Gleiches gilt für Daueraufträge, die nicht selbst online eingerichtet, geändert oder gelöscht werden. Überträge auf eigene Konten bei comdirect werden gesondert geregelt, für sie bleibt es beim Telefon-/Briefzuschlag von EUR 1,90. Schecks werden bei comdirect nur noch kostenlos eingelöst, wenn die Schecksumme weniger als EUR 10,00 beträgt, ist sie höher, fallen EUR 2,90 pro Einlösung an. Bevollmächtigte erhalten die girocard und die Kreditkarte nicht mehr wie der Kontoinhaber beitragsfrei, für beide Kartenarten sind jeweils jährlich EUR 9,90 zu zahlen. Und man muss sich schon wieder beim kostenlosen Bargeldabheben am Geldautomaten umorientieren, ab 24.4.17 ist dazu die girocard im Inland und in den weiteren Ländern mit dem Euro als offizielle Landeswährung zu verwenden, die Kreditkarte in den Ländern mit Fremdwährung. Zuletzt machte comdirect die Unterscheidung am EWR-Raum fest, der neben der gesamten EU inklusive der Mitgliedsländer mit eigener Währung auch Island, Liechtenstein und Norwegen umfasst. Die neue Regelung ist zwar einfacher, wer aber für das Bargeldziehen nicht die Karte verwendet, die comdirect dafür vorsieht, wird doch erheblich bestraft, zahlt an comdirect ein Entgelt von EUR 9,90 (bisher mit der girocard EUR 5,90 und mit der Kreditkarte 3,00% vom Abhebebetrag, mindestens aber EUR 5,90) und zusätzlich gegebenenfalls das direkte Entgelt an den Automatenbetreiber. Für Kartenzahlungen mit der girocard in Fremdwährung wird comdirect ein Auslandsentgelt von 1,75% vom Umsatz (bisher 1,00% vom Umsatz, mindestens aber EUR 0,77) erheben. Bei den Tagesgeldkonten und den Depot-Verrechnungskonten wird der Telefon-/Briefzuschlag für Auszahlungen auf das Referenzkonto entsprechend der Regelung zum Girokonto eingeführt, der Kunde kann sie nur noch online kostenlos vornehmen.

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