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25.07.2017 |

Ausnahmslose Preise für mTANs sind unwirksam

Banken dürfen ihren Kunden für per SMS verschickte Transaktionsnummern, sie werden als mTANs oder smsTANs bezeichnet, nur dann einen Preis belasten, wenn diese anschließend tatsächlich auch für einen Zahlungsauftrag erfolgreich verwendet wurden. Das geht aus einem heute Vormittag verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (Az.: XI ZR 260/15). Das bloße Übermitteln berechtigt demnach nicht, ein Entgelt zu belasten. Das mTAN-Verfahren ist weit verbreitet beim Online-Banking. Ein Teil der Banken verlangt dabei ein Entgelt, bereits ab der ersten versendeten mTAN oder nach einem Freikontingent von fünf oder zehn mTANs im Monat. Nicht selten kommt eine angeforderte mTAN aber gar nicht zum Einsatz, weil beispielsweise der Kunde einen Fehler in seinen Überweisungsdaten entdeckt hat, die zeitliche Geltungsdauer überschritten wird oder die Transaktion technisch bedingt fehlschlägt.

Die Verbraucherzentralen hatten stellvertretend die Kreissparkasse Groß-Gerau verklagt, in den Vorinstanzen war die Klage erfolglos geblieben. Bei der beklagten Sparkasse kostete das Online-Konto EUR 2,00 im Monat. "Jede" mTAN sollte nach Darstellung der Verbraucherschützer zehn Cent extra kosten. Die konkrete Klage gegen die Kreissparkasse Groß-Gerau ist aus formalen Gründen noch nicht entschieden: Die Verbraucherschützer konnten bei Erhebung der Klage das Preisverzeichnis der Sparkasse nicht einsehen und bezogen ihre Informationen nur aus der Beschreibung des Online-Bankings auf der Internetseite, dort hieß es: "Jede smsTAN kostet 0,10 € (unabhängig vom Kontomodell)". Auf diese vorgetragene Formulierung stellte der Bundesgerichtshof sein Urteil ab. Die Sparkasse bestritt nicht, eine Preisklausel für mTANs zu verwenden, aber, dass diese in ihrem Preisverzeichnis den vom Kläger behaupteten Wortlaut hat. Die Vorinstanz, das zuständige Oberlandesgericht, soll sich deshalb den Fall nun noch einmal genauer anschauen und die exakte Formulierung feststellen. Der Anwalt der Sparkasse brachte vor, die von ihm vertretene Sparkasse habe fünf verschiedene TAN-Verfahren angeboten, einzig das mTAN-Verfahren sei kostenpflichtig gewesen, die Kunden hätten also ausreichend kostenlose Alternativen gehabt. Die Verbraucherschutzzentralen hofften darauf, dass der Bundesgerichtshof diese Preisgestaltung zugunsten von mehr Transparenz generell verbietet, die Kontoführungsgebühren müssten sämtliche Kosten für das Sicherheitsverfahren gleich beinhalten. Das Verschicken von Transaktionsnummern sei aus ihrer Sicht keine Extra-Leistung, sondern ein notwendiger Vorgang für das Online-Banking. Bislang verlangen beispielsweise BBBank, Cronbank, Deutsche Bank, Deutsche Skatbank, EthikBank und norisbank für jede mTAN Geld. Bei GLS Bank, Meine Bank und Triodos Bank sind die mTANs nach einem Freikontingent kostenpflichtig. Wie die Institute der neuen, differenzierten Rechtsprechung nachkommen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob sie generell das Entgelt verzichten, kurzfristig ein System für die Erhebung der tatsächlich eingesetzten mTANs aufsetzen können oder dieses Sicherheitsverfahren ganz aus ihrem Angebot nehmen.

01.07.2017 |

1822direkt und Sparkassen gehen auch beim Smartphone-Girokonto nicht zusammen

Aus dem Lager der Sparkassen gibt es gleich zwei neue Girokonten, die ausschließlich per Smartphone eröffnet und geführt werden. Bei beiden Konten hat der Kunde nur mit dem Smartphone einen Kontozugriff, andere Geräte sind hier nicht vorgesehen. Die Smartphone-Girokonten sollen die junge Generation ansprechen (ab Volljährigkeit erhältlich) und einen Trend bedienen, bei dem N26 in Deutschland Vorreiter war. Überraschend ist, dass 1822direkt ein solches Projekt still und leise selbst entwickelt hat und zudem dem Gemeinschaftsprojekt yomo der Sparkassen zuvorgekommen ist. Die App "1822Mobile" steht seit 14.6.17 im App Store bei Apple und seit 15.6.17 im Google PlayStore. Dort ist sie in den ersten beiden Wochen kaum jemandem aufgefallen, da 1822direkt bis dahin in keiner Weise darauf hinwies. yomo ist hingegen seit Langem angekündigt, wurde von zehn großen Sparkassen finanziert, entwickelt von dem zur Sparkassengruppe gehörenden Softwarehaus Starfinanz. Das Girokonto von yomo können auch alle anderen Sparkassen per Lizenzvertrag in ihr Angebot aufnehmen, zu Beginn ist die Resonanz hier offenbar nicht überwältigend. Bei yomo ist das Regionalprinzip außer Kraft gesetzt, denn der Nutzer kann sich seine zuständige Sparkasse unter den verfügbaren frei auswählen, unabhängig vom Wohnort. Die Frankfurter Sparkasse, die viertgrößte Sparkasse in Deutschland, war nicht unter den Initiatoren, jetzt ist klar warum. Sie ist ohnehin ein Sonderfall, weil sie seit mehr als 20 Jahren mit 1822direkt eine bundesweit aktive Direktbank betreibt, von anderen Sparkassen deswegen auch als Wettbewerber betrachtet wird.

In den Konditionen besteht bei 1822Mobile der Unterschied zum regulären Girokonto, dass die Kontoführung bedingungslos kostenlos ist, auch ohne den einen Geldeingang pro Monat. Die EUR 100,00 Geldprämie bei Führung als Gehaltskonto gibt es bei 1822Mobile nicht, nur ein Einführungsangebot zur optionalen Kreditkarte: Der Kartenpreis wird bei Kartenantrag bis 31.7.17 im ersten Jahr altersunabhängig erlassen. Die Kontoeröffnung ist papierlos, mit Videolegitimation via WebID und Kontowechselservice über fino. Die App hat eine moderne Optik. Konten von anderen Banken lassen sich hinzufügen, das Multibanking beschränkt sich bislang jedoch darauf, Kontostände anzuzeigen. Umsätze ansehen oder gar Transaktionen vornehmen, ist bei den hinzugefügten Bankverbindungen noch nicht möglich. Die Funktion zum Einlesen von Rechnungsdaten per Foto ist integriert. Überweisungen und andere sensible Transaktionen werden mit einem einmalig selbst gewählten Passwort freigegeben. Auf ein TAN-Verfahren wie mTAN oder pushTan wird zugunsten der Bequemlichkeit verzichtet. Die Koppelung mit dem registrierten Smartphone im Hintergrund soll das wie bei N26 kompensieren. Auch 1822Mobile soll über Kooperationen mit FinTech-Unternehmen im Funktionsumfang und den externen Dienstleistungsangeboten wachsen, das jetzt bereitgestellte Banking nur der erste Schritt gewesen sein.

yomo ist am 30.6.17 von der geschlossenen Betaphase in die für jeden Interessenten offene übergegangen. Aufgrund der "großen Nachfrage" - die Downloadzahlen der App im Vergleich zu 1822Mobile bestätigen sie nicht - bekommt man zunächst nur einen Platz auf der Warteliste. Auch bei yomo gibt es noch nicht viel, was von den Funktionen besticht. yomo steht für "your money". Die Kontoführung ist anders als bei den meisten der normalen Sparkassen-Girokonten gratis. Eine girocard, die kontaktloses Zahlen ermöglicht, gibt es hinzu. Das Geldabheben ist an allen Sparkassen-Geldautomaten kostenfrei. Die weiteren Gebühren hängen davon ab, für welche Sparkasse man sich entscheidet. Die Aufträge werden mit einer einmalig selbst gewählten PIN freigegeben.

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